"AC-Training – Fallstricke erkennen und vermeiden"

Dozenten: Dr. Klaus-Dieter Matz und Pauline Weigelt

Text: Sven Oehls, Regionalleiter Ost

Nach langer Vorbereitung war es endlich so weit. Der erste Samstag im November – ein sonniger und milder Samstag. An so einem schönen Tag wollen wir also mit rauchenden Köpfen in einem kleinen Seminarraum über komplizierten Aufgaben brüten? Assessment-Center - es taucht immer und überall auf und ist oftmals die große Hürde auf dem Weg zum Traumjob. Doch was ist ein AC überhaupt? Es beinhaltet mehrere Tests, bei denen man beobachtet, analysiert, kritisiert und be- bzw. hoffentlich nicht verurteilt wird. Soweit klar, aber wie bereite ich mich denn am besten auf so etwas vor? Soll ich lieber gelassen und locker sein oder wirkt das arrogant? Muss ich mich verbiegen oder soll ich ganz ich selbst sein? Zwölf Alumni und Studenten kamen aus Städten wie Bayreuth, Hamburg, Magdeburg und Berlin bis nach Leipzig, um Antworten auf Fragen wie diese zu finden.

Los geht’s!
Pünktlich um 10 Uhr begannen nach einer kurzen Vorstellungsrunde Dr. Matz und Pauline Weigelt allgemein zum Thema AC zu referieren. Aufbau, Gliederung und Typen sowie Ziele und Aufgaben wurden erläutert. Doch die beiden Dozenten hatten statt langweiliger Powerpoint-Präsentationen oder trockenen Vorträgen für die Teilnehmer viele spannende Aufgaben vorbereitet. Um für jeden Teilnehmer eine optimale Betreuung, Beratung und Feedback zu sichern, wurden zwei Gruppen à sechs Teilnehmer gebildet und dann ging’s auch schon los.

Die Spontanparty
Wir alle hatten im Lotto gewonnen und das muss gefeiert werden! Freunde einladen, Essen und Getränke organisieren, Tische dekorieren, Stühle vom Nachbarn leihen - und das alles noch heute? Oh nein, es ist jetzt 11 Uhr, die Geschäfte machen um 14 Uhr zu und wir brauchen noch Partyutensilien. Ziel der Aufgabe war es, sich in der Gruppe zu organisieren und anhand der vorgegeben Aufgaben und Zeiten eine Party zu einem frühest möglichen Zeitpunkt organisiert zu haben. Chaos, alle reden durcheinander, jeder hat einen anderen Vorschlag ... O.K. stopp, so wird das nichts. Ob wir die Aufgabe überhaupt lösen werden? Pauline Weigelt schaut uns bei der Partyvorbereitung mit Argusaugen zu. Dann kritzelt sie etwas auf ihren Block. Nach 25 Minuten ist die Zeit um und sie beendet die Diskussion. Unsere Party startet um 17:05 Uhr und wir alle sind stolz, dass wir die Aufgabe nach den anfänglichen Schwierigkeiten gelöst haben. Pauline Weigelt löst auf: 16:25 Uhr wäre bei optimalem Vorgehen die Lösung gewesen. Die anfängliche Euphorie über die gelöste Aufgabe legt sich und dann folgt die Reflektion über das Verhalten der Teilnehmer mit nützlichen Hinweisen und mögliche Alternativen.

Copyright und Freiwillige Feuerwehr
Nach einer kurzen Mittagspause ging es, ausgestattet mit neuen Erkenntnissen, zum Höhepunkt des Tages und einer der schwierigsten Aufgaben in einem Assessment Center – der ungesteuerten Diskussion. Ist eine freiwillige Feuerwehr noch zeitgemäß? Wie soll in Zukunft eine Richtlinie zum Umgang mit Nachahmung gestaltet werden? Ja, solche allgemein unverfänglichen Themen werden oftmals in Assessment Centern angeboten. Und auch wenn wir uns noch nicht mit Themen dieser Art auseinandergesetzt haben, sollten wir uns eine Meinung bilden und munter mitdiskutieren. Während die erste Gruppe also eine hochtrabende Diskussion über Sinn und Notwendigkeit einer freiwilligen Feuerwehr führte, hatte die andere Gruppe die anspruchsvolle Aufgabe das Verhalten der Diskussionsgruppe zu beobachten und mittels eines Beobachtungsbogens festzuhalten. Merkmale wie Blickkontakt, Organisation, Einbeziehen der Teilnehmer oder Zwischenzusammenfassungen fordern, waren zu beobachten und zu bepunkten. Anschließend werteten die Teilnehmer gemeinsam die Aufgabe und das Verhalten der ersten Diskussionsrunde aus. Die zweite Runde bot die Möglichkeit zur Revanche – nun wurde getauscht.

Fazit
Es war spannend und aufregend zu beobachten, wie man selbst und die Teilnehmer im Laufe des Tages in der Aufgabenumsetzung immer besser wurden. Die Vorschläge und Hinweise der Dozenten, aber vor allem die persönlichen Erkenntnisse und Aha-Effekte, die man beim Lösen der Aufgaben gewann, konnten während der Übungen sofort eingebracht und umgesetzt werden. Das war wertvoller als jeder PowerPoint-Vortrag. Dr. Matz und Pauline Weigelt haben mit ihrem Fachwissen, dem Praxisbezug, der Aufgabenauswahl und nicht zuletzt mit ihrem Humor einen erkenntnisreichen, reizvollen und vergnüglichen Tag gezaubert, der wie im Fluge verging. Schade, dass der Tag so schnell vorbei war. Ich freue mich schon auf ein Wiedersehen.


Statements zum Workshop:
"Es war ein toller Workshop. Endlich weiss ich, worauf es bei einem AC wirklich ankommt und brauche keine Angst mehr vor dieser Situation haben!" Alexandra Prinz

"Ich fand den Workshop sehr lehrreich und interessant. Meine Erwartungen wurden voll erfüllt und ich habe Dinge gelernt, die ich nicht nur in einem AC anwenden kann. Es war super organisiert, nochmal besten Dank an euch Beide. Herr Dr. Matz hat einen sehr spannenden Workshop zusammengestellt, bei dem es nicht langweilig wurde. Leider ist das Thema sehr komplex und ich hätte gerne noch mehr Themen behandelt, aber leider war die Zeit einfach zu kurz. Ich bin deshalb für eine Fortsetzung des Workshops und würde dies auch unterstützen." Ronny Simon

"Ich fand es einen ganz interessanten Tag. Die Konzentration auf die Gruppendiskussion und das ehrliche Feedback zur eigenen Leistung in der Gruppe empfand ich als sehr hilfreich." Uwe Zychla

"..von allem etwas; absolute Praxisnähe, lebensecht, Humor, nie langweilig - im Gegenteil. Ich fand AC`s bisher immer sehr trocken, aufwendig und selten anwendbar. Jetzt finde ich es sehr spannend! Danke!" Yvette Oversberg