DIALOG in der Technologiefabrik Karlsruhe

In der Veranstaltungsreihe DIALOG – Wissenschaft trifft Wirtschaft haben wir im Dezember 2010 die Technologiefabrik Karlsruhe besucht. Als Nahtstelle zwischen Forschung, Wissenschaft und Wirtschaft ist die Technologiefabrik Karlsruhe seit über 26 Jahren eines der erfolgreichsten Gründerzentren für HighTech- Unternehmen in Deutschland.

Wir wurden von Herbert Hoffmann, Geschäftsführer der Technologiefabrik begrüßt und er lüftete das Geheimnis seiner beeindruckenden Bilanz: Fast 300 betreute Unternehmensgründungen seit 1983 mit einer Erfolgsquote von rund 97 Prozent!

Der diesjährige Cyberchampion und Revolutionsführer im Bereich „Logistics meets LifeStile“ Jatuso und der innovative Produktenwicklungshelfer und Piraterieschützer Tech Solute, zwei Unternehmen der Technologiefabrik, stellten sich und ihre innovative Gründungsideen vor (Beiträge aus dem AKAD Blog von Martina Kunrath):

Innovationen Teil 1: Lebensmittel im Supermarkt kaufen – bald Geschichte?

Gerade habe ich den letzten Schokokeks vertilgt und muss dringend für Nachschub sorgen. Ich könnte sofort in den Supermarkt rennen oder die Kekse beim nächsten Großeinkauf am Samstag einplanen (und wahrscheinlich vergessen). Weit gefehlt: Ich halte die leere Kekspackung unter den Barcode-Leser in der Küche, gebe die Menge (20 Packungen) und den gewünschten Liefertermin ein. Und dann schicke ich meinen Kekswunsch zusammen mit den im Laufe der letzten Tage gespeicherten Lebensmitteln an meinen Supermarkt. Morgen Abend bekomme ich die Lebensmittel ins Haus geliefert.

Lebensmitteleinkauf so leicht wie Telefonieren – dies ist eine der Innovationen, die bei der AKADalumni DIALOG-Veranstaltung in der Technologiefabrik Karlsruhe vorgestellt wurden. Die Idee dazu hatte das Start-up-Unternehmen Jatuso, das inzwischen einen Prototyp entwickelt hat und nun für die Umsetzung auf der Suche nach Handelsketten ist.

Jatuso ist nur eines von rund 70 Unternehmen in der Technologiefabrik Karlsruhe. Hier finden Existenzgründer Unterstützung, um in den ersten Jahren der Selbstständigkeit alle Hürden zu meistern: Räume, Infrastruktur oder Großkundenrabatte sind die Benefits, von denen Gründer in der Phase des Firmenaufbaus profitieren können. Rund 300 neue Unternehmen und 5500 Arbeitsplätze sind so seit 1983 entstanden.

Innovationen Teil 2: Ideen zum Festpreis

Die erste Akku-Heckenschere. Ein mit Erdgas betriebener Pistenbulli. Ein Clip-Adapter für Scheibenwischer. Alles Innovationen “made in Karlsruhe”. Entwickelt wurden diese Ideen allerdings nicht von den Firmen, die die Produkte anschließend produzieren und vermarkten. In allen drei Fällen war als Ideenmotor Tech-Solute beauftragt, ebenfalls ein Unternehmen aus der Karlsruher Technologiefabrik.

“Von uns bekommen Firmen eine Idee inklusive Patent zum Festpreis”, so der Gründer und Geschäftsführer Dr. Dirk Schweinberger. 30 ausgebildete Experten und Querdenker aus den Bereichen Maschinenbau, Elektro-, Fahrzeug-, Verfahrens- und Automatisierungstechnik denken tagtäglich mit Methode und klar strukturiertem Innovationsprozess über technische Problemlösungen nach. Das Ergebnis: kreative Engineering-Lösungen, von denen Auftraggeber von Bosch über Gardena, Leica, Metabo bis zu VW profitieren.

Die Erfolgsfaktoren sind (wie übrigens bei jeder erfolgreichen Produktinnovation): 1. keine Betriebsbrille, 2. interdisziplinäres Vorgehen und 3. immer den Nutzen des Kunden im Blick.

Sie lassen nicht denken, sondern denken selbst? Gut so. Aber auch wenn Sie selbst eine innovative Produktidee haben, sind Sie bei Tech-Solute richtig und bekommen Unterstützung von der Marktanalyse über die technische Realisierung bis zur Klärung der Patentsituation.

"Neue Produkte ohne Floprisiko – geht das?" fragte Dr. Thomas Wille, Lehrbeauftragter an der Wissenschaftlichen Hochschule Lahr und AKADalumni-Vorstandsmitglied, in seinem Vortrag und lüftete das Geheimnis des "Marktorientierten Innovationsmanagement" und erläuterte, warum es nicht ausreicht, einfach auf den Kunden zu hören und "wie ich herausfinde, ob meine grandiose Produktidee auch wirklich ein Markterfolg wird?"

Zum Schluß zeigte Prof. Dr. Christoph Uhrhan von der AKAD Hochschule Stuttgart, in seinem Vortrag „Kreative Produktentwicklung“, wie Denkschablonen überwunden werden können und geniale Produkte entstehen und kreatives Entwickeln und konstruieren sogar richtig Spaß machen kann!